
MY HOTEL Malmedy
Der Standort INTERMILLS
Ein zweiter Frühling für das ehemalige Aushängeschild der Malmedyer Industrie
01
Zu Beginn der Jahre 2000
sah sich die Papierfabrik Steinbach auf dem Intermills-Gelände in Malmedy, aufgrund der schlechten Konjunkturlage, nach über 150 Jahren zur Schließung gezwungen.
Anfang 2011 kontaktierte der Konkursverwalter das in der Region sehr aktive Generalunternehmen Gehlen Group.
Nach einer genauen Standortanalyse und Einschätzung der durchzuführenden Arbeiten kauft die Gehlen Group das gesamte, 8 1/2 Hektar große Gelände in der Absicht, es vollständig zu sanieren.
Schon bald wird aus dem Vorhaben in Absprache mit der Stadt Malmedy, der Wallonischen Region und der SPI ein PPP-Projekt.
Die Arbeiten beginnen im Jahre 2012.
Am ehemaligen Standort des Verwaltungsgebäudes der Papierfabrik entsteht 2014 das INTERMILLS Business und Event Center So bleibt der Name des ehemaligen Aushängeschilds der lokalen Industrie gewahrt, alle schützenswürdigen Architekturelemente bleiben erhalten und für die Industriebrache beginnt ein neues Leben.
Bereits 2015 wird das Kino Moviemills aus der Taufe gehoben.
02
Enfin,
Ende 2018 ist schließlich der gesamte westliche Bereich des Intermills-Geländes an der Reihe: Hier entsteht als perfekte und unverzichtbare Ergänzung zu den verschiedenen bereits am Standort vorhandenen Einrichtungen das MY HOTEL, ein 4-Sterne-Etablissement mit 84 Zimmern.
MY HOTEL soll im Laufe des Monats November 2019 eröffnet werden.
03
Ein wenig Geschichte…
Ohne das Wasser von Warche und Warchenne und auch ohne die Schafzucht hätte sich in Malmedy keine Papierindustrie entwickeln können – der für die Herstellung benötigte Leim wurde aus den Knochen der Schafe gewonnen. Im Jahre 1750 entsteht auf Initiative von Nicolas Dewalck eine erste Mühle an den Ufern der Warche.
Mönche, denen das Unterfangen vielversprechend erscheint, führen die Papierherstellung auf eigene Rechnung weiter. Der Anfang ist schwierig, doch mit der Ankunft von Dom André Vecqueray (1714-1778) ändern sich die Voraussetzungen. Er kennt sich mit der Papierherstellung aus und verleiht der Produktion neuen Schwung.
Als die Franzosen ins Land kommen, wird sein Nachfolger, Dom Henri Cavens, inhaftiert, da er es ablehnt, den Treueeid auf die Republik zu leisten. Die Gebäude werden versiegelt.
Trotz der vorübergehenden Rehabilitierung der Mönche beschließt die Verwaltung letztendlich den Verkauf der Fabrik, die von drei Malmedyern übernommen wird: Hubert Neuray, François Darimont und Henri Steinbach. Fünf Jahre später wird Henri Steinbach zum alleinigen Eigentümer. Somit ist es vor allem der Name der Familie Steinbach, der im Gedächtnis bleibt. Zu jener Zeit zählt Malmedy nicht weniger als sechzehn Papierfabriken.
1848 wird das erste in Europa auf den Markt gebrachte Fotopapier in Malmedy hergestellt. Dieses Papier erlangt in der fotografischen Szene schnell einen hervorragenden Ruf. Parallel zur Erfindung der Langsiebmaschine werden auch die Werkzeuge moderner. Die Anlagen entwickeln sich weiter und das Produktionsvolumen steigt. Im Jahr 1900 beschäftigt der Industriekomplex von Steinbach 500 Mitarbeiter und exportiert 70% seiner Produktion. Vier Anlagen werden betrieben. 1908 erreicht das Produktionsvolumen 40.000 Tonnen im Jahr!
Der Erste Weltkrieg hat desaströse Folgen für die Papierfabrik, die 45% ihrer Kundschaft verliert. Als Malmedy jedoch 1920 wieder an Belgien kommt, zieht die Produktion erneut an. Die vielversprechende Entwicklung kommt jäh zum Stillstand als der Zweite Weltkrieg ausbricht.
In den folgenden Jahren wird die Papierfabrik Steinbach zu einem Tochterunternehmen der Intermills-Gruppe.
Doch zu Beginn der Jahre 2000 läutet die schlechte Konjunkturlage den endgültigen Niedergang ein: Die Fabrik muss schließen.
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